Das S 800-Tagebuch (Teil 5)

noch immer 10.2.02
Schön, dass Ihr noch immer dabei seid. Wie man auf den vorigen Fotos sehen kann, benötigte das Motorgehäuse eine gründliche Reinigung. Das ist inzwischen geschehen. Als richtiges Mittel stellte sich “Muril” heraus, ein stark basisches Reinigungsmittel aus dem Bereich der professionellen Gebäudereinigung (in der gebrauchsfertigen Verdünnung pH-Wert 13,5!). Der Tip kam von einem Freund und Kollegen, dem dritten Stephan im Bunde (und der einzige mit “ph”). Der ist Profi, was solche Dinge angeht und hat auch sonst schon viel geholfen. Hier nun Bilder vom Ergebnis der Reinigung:

Da löst sich selbst ältester Schmutz und jeder alte Fettfilm.

Die Teile sind also sauber, die Fremdarbeiten (Zylinder aufbohren und honen ) auch erledigt. Es galt also, die Kurbelwelle zu montieren. Hier Bilder von den Laufbuchsen:

Nun hat der Honda ja eine Menge mit Motorrädern gemeinsam - unter anderem auch die Kurbelwellenkonstruktion: gepresste Welle mit Rollenlagern, geschlossene Pleuellager, auch rollengelagert.

Das bedeutet im Klartext: zuerst die Kolben auf den Pleueln montieren, dann das Ganze am Stück in den Motorblock versenken. Bilder von der Kolbenmontage:

Im Prinzip ist die oben beschriebene Prozedur bei einem Standard-Motor keine besonders schlimme Angelegenheit, die Laufbuchsen sind mit entsprechenden Fasen ausgerüstet und man kann Kolben und Kolbenringe ganz gut da “reinflutschen” lassen.

Anders sieht es aus, wenn man 2 mm grössere Rennkolben einbauen will: durch das aufbohren ist die Fase der Laufbuchsen auf ein unbrauchbares Minimun reduziert und die Rennkolben haben natürlich auch wesentlich empfindlichere Kolbenringe (die sind viel dünner und brüchiger und liegen gemeinerweise auf dem Rand der Laufbuchsen auf).

Gemeinsam haben Stefan, Sigi und ich es dann im vierten Anlauf geschafft (beim ersten ist gleich ein Kolbenring gebrochen, das machte uns vorsichtig): Stefan brachte die richtige Idee für eine Vorspannvorrichtung aus der Formel-1-Konstruktionsabteilung von Toyota mit, Sigi hatte die glänzende Idee, die störenden Stehbolzen der Kurbelwellenlager zu entfernen und ich habe eine Vorrichtung zur millimeterweisen Absenkung der Kurbelwelle gebaut. Das alles war nötig, damit wir nun diesen Anblick geniessen können:


Laufbuchsen, Kurbelwelle mit Kolben etc. sind im Block und die untere Gehäusehälfte ist auch schon dran. Nun muss noch der Anlasserfreilauf auf den vorderen KW-Stumpf montiert werden, dann kommen der vordere und hintere Motordeckel drauf. Es geht mit grossen Schritten voran. Ich werde berichten.