Tagebuch (Teil 14)

1.6.02
Da ist was undicht...

Gestern habe ich also dann wie geplant den Ventildeckel und die Wasserpumpe montiert. Nach Anschluss aller Kühlschläuche auch Wasser aufgefüllt - und es lief wieder raus.

Offensichtlich habe ich bei einer Bohrung für die Reparatur eines Stehbolzen-Gewindes "ins Wasser" gebohrt. Zur Erinnerung: der S800 hat sog. "nasse Laufbuchsen", d.h. der gesamte Motorblock ist eigentlich nur ein grosser Kochtopf für Kühlwasser und darin stehen vier Stahlzylinder zur Erhitzung des Wassers. Na, und wenn man in der Wand eines Kochtopfes Gewinde anbringen will, geht einem halt schon mal das Material aus. Jedenfalls lief an einem Stehbolzengewindeloch Wasser raus.


Da läuft Wasser īraus

Nun läuft nichts mehr īraus

Das Problem war schnell behoben, ich habe das mit Knetmetall abgedichtet. Nachdem die Knetmasse ausghärtet war habe ich dann wieder Wasser aufgefüllt - und siehe da, der Boden unter dem Auto blieb trocken.


Aber irgendwie konnte ich noch nicht an den Erfolg auf der ganzen Linie glauben. Nach meiner Erfahrung mit alten Autos war das bisher alles viel zu "problemlos" - erst mal Pause machen und ein Bier trinken, dann nochmal alles checken.

Bei diesem neuerlichen Check fand ich dann auch was, was mich stutzig machte: kein Wasser unter dem Auto, aber der Wasserstand im Kühler war gesunken. Ein Blick auf den Ölpeilstab sorgte für Klarheit: da läuft nix raus, das läuft jetzt īrein.
Engültig Gewissheit bekam ich beim Ablassen des Öls: bevor da Öl rauskam, kam zunächst fast ein Liter Kühlwasser rausgelaufen - das ist halt schwerer als Öl.

Was ich daraus schliesse? Ich kauf mir irgendwas Luftgekühltes.
Nein, keine Angst, nicht wirklich. Aber nun bin ich mir sicher: Ich habe den ursprünglichen Schaden vom letzten September noch gar nicht beseitigt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass einer der Metallstopfen im Motorblock, die eigentlich die Aufgabe haben, das Wasser vom Öl fernzuhalten, durchgerostet ist. Das kann ich aber nur überprüfen, wenn ich wieder alles zerlege: Motor und Getriebe wieder raus, Motor vom Getriebe abflanschen, Zylinderkopf runter, Ölwanne ab, vorderen und hinteren Motordeckel abbauen, untere Motorgehäusehälfte entfernen, Laufbuchsen abziehen, Kurbelwelle raus.

Dann alle Stopfen prüfen und ersetzen, anschliessend Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge (nicht ganz, die Laufbuchsen kommen vor der Kurbelwelle rein).
Na gut, locker bleiben.

Morgen fange ich an.