Tagebuch (Teil 16)

8.6.02
Gewinde reparieren

Da der Motor nun eh´ mal wieder völlig zerlegt ist, nutze ich die Gelegenheit um nicht nur die Zylinderfussdichtung besonders sorgfältig abzudichten, sondern kümmere mich auch um die defekten Gewinde im Motorblock - so gut komme ich da (hoffentlich) so schnell nicht wieder dran. Besonders dem einen Gewinde, wo die Bohrung den Wassermantel des Motors angekratzt hat, werde ich mich richtig gründlich widmen. Hat auch gut geklappt. Hier die kommentierten Bilder.

Den Grund für die Undichtigkeit am Zylinderfuss habe ich nun auch gefunden. Offensichtlich wurde über lange Jahre kein oder zu wenig Kühlwasserzusatz ("Frostschutz") verwendet. Dies ist besonders bei sogenannten "Sommerautos" ein oft gemachter Pflegefehler. Der "Kühlerfrostschutz" verhindert nämlich nicht nur das Einfrieren des Kühlwassers - er verhindert auch Korrosion und somit in der Folge Kavation (Abtragung von Material durch vorbeiströmende Flüssigkeit). Bei alten Autos (wie bei meinem) kann das im Laufe der Jahre dann verheerende Folgen haben (s. Bilder).

Ich hoffe, das Problem nun mit Hilfe von dickeren Dichtringen und gezieltem Einsatz von Dichtmasse gelöst zu haben. Falls nicht, wird auch da wohl nur der Ersatz des verlorenen Materials durch Knetmetall helfen.

Wenn Ihr Euch nun fragt, warum ich das mit dem Knetmetall nicht sofort mache: Wenn ich da Knetmetall aufbringe, muss die gesamte Dichtfläche des Zylinderfusses auf der Fräse mit einer neuen Fase versehen werden - und diesen Aufwand möchte ich nach Möglichkeit vermeiden. Das ist nämlich an dieser Stelle nicht trivial.

Morgen gehts weiter. Erst mal testen, ob nun alles dicht ist. Wenn das der Fall ist, wäre es schön, wenn die Kurbelwelle gut reingeht. Der Rest ist inzwischen Routine.

Also bitte: mal wieder Daumen drücken.